1. Wir hören nicht zu – wir wurden geboren, um uns mitzuteilen.
2. Wir benötigen kein Karaoke-Mikrofon, um laut zu sein
3. Wir sprechen bis zu einem gewissen Pegel alle Sprachen fließend und ab einem gewissen Pegel nur noch Vokale.
4. Wir haben plötzlich die ausgefallensten Namen (Giovanni, Ramon, Fernando) – sehr passend zu unserem mediterranen Teint.
5. Wir sind der Unterwäsche-Typ aus dem Otto-Katalog. Ja genau – WIR. Auf den Fotos wirken wir größer. Den Rest machen Lichteffekte.
6. Wir haben im Gespräch mit Frauen ein Kurzzeitgedächtnis von 2 Minuten und ein Langzeitgedächtnis von 5 Minuten.
7. Wir tanzen nicht, wir bewegen unser Getränk nur mit vollem Körpereinsatz.
8. Wir lassen uns beim Pinkeln nicht mehr durch Porzellan-Vorgaben einschränken. Wir werden zu Freigeistern.
9. Wir entwickeln einen Drang zum Nudismus, reißen unser Hemd auf, ziehen T-Shirts über den Kopf (manchmal nicht nur die eigenen)
10. Wir haben ein unbändiges Mitteilungsbedürfnis, weil plötzlich jeder unser bester Freund ist.
11. Wir sprechen jeden und alles an (auch Zigarettenautomaten und Fahrscheinentwerter, weil die Schlitze ärgerlicherweise immer enger werden)
12. Wir randalieren. Wenn Gläser nicht uns gehören, sind sie nichts wert und im Getränkepreis inbegriffen.
13. Wir entwenden alles, was nicht angenagelt ist (Aschenbecher, Shot-Gläser, Feuerzeuge)
14. Wir kennen den Begriff „Nippen“ nicht. Nur „Nippel“ sagt uns was.
15. Wir empfinden jedes Getränk als zu schwach. Auch Absinth ist was für Luschen.
16. Wir sind nicht geil. Wir sind ein Rudel brünftiger Kreuzritter auf der Suche nach dem heiligen Gral.
17. Wir mutieren zum Alpha-Dog, wenn wir angerempelt werden.
18. Wir wollen die Todesstrafe für Leute, die unser Getränk verschütten.
19. Wir fordern andere Partykracher zum maskulinen Promille-Triathlon: Armdrücken, Liegestütze, Ex-Saufen.
20. Wir verlieren unsere Garderobenmarke und beharren auf einen adäquaten Ersatz für unsere Jacke (auch wenn wir schon in einem anderen Lokal sind).
21. Wir geben beim Bankomat unseren Handy-Pincode ein, nachdem wir unsere Billa-Vorteilskarte eingeführt haben.
22. Wir verlieren gegen Ende des Abends den Anschluss zur Herde.
23. Wir gehen nicht zum Bus – wir rennen.
24. Wir entwickeln eine Temperatur-Immunität. Jacken im Winter werden unnötig – Hände in die Hosentaschen stecken reicht.
25. Wir gehen mit einem 100-Euro-Schein fort und kommen mit 15-Euromünzen wieder heim.
26. Wir gehen nicht, wenn das Lokal zusperrt. Das Lokal sperrt zu, wenn wir gehen.
27. Wir erzählen dem Taxifahrer unsere Lebensgeschichte. Samt Stammbaum und der wirklichen Wahrheit über Mann und Frau – nicht der Mario-Barth-Wahrheit. In unserer Geschichte haben wir die Hosen an.
28. Wir drehen gerne Ehrenrunden mit der U-Bahn – einfach nur, damit sich die Monatskarte auszahlt.
29. Wir ziehen uns beim Heimkommen nicht an einem einzigen Ort aus, sondern verteilen unsere Kleidung listig in jedem Raum.
30. Wir finden am Tag danach 4 halbleere Mineral und Colaflaschen neben dem Bett, 10 Eventflyer am Nachttisch, der eigene Hauch ist unser schlimmster Feind, Aspirin unser größter Freund, der Laptop zeigt noch immer Facebook „Falsche E-Mail/Passwort Kombination“, die Schuhe stehen noch immer zugeknüpft auf der Matte, der Schlüssel steckt außerhalb der Wohnungstür (des Nachbarn), das Handy muss mit dem Zweithandy aufgespürt werden, ……
